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LMT BELIN

LMT Belin mit Sitz in Lavancia, Frankreich, hat sich auf Vollhartmetallwerkzeuge für die Bearbeitung von Hochleistungskunststoffen und Leichtmetallen, Sonderwerkzeuge für die Luft- und Raumfahrtindustrie sowie Reibwerkzeuge spezialisiert.

Wie wird aus einem Werkzeugbauer für die Bearbeitung von Brillengestellen ein hoch spezialisierter Zulieferer für die Automobil-, Luft- und Raumfahrtindustrie? LMT Belin ist dafür ein gutes Beispiel. Heute ist das Unternehmen als einer der führenden Hersteller von Werkzeugen für Hochleistungskunststoffe und Composite-Materialien sowie die Bohrungsfeinbearbeitung etabliert.

Von der Brille zum Hochleistungskunststoff

In der Produktion von Brillengestellen oder -fassungen spielt die Zerspanung nur eine untergeordnete Rolle – aber es gibt Ausnahmen: Die Hersteller hochwertiger Brillen sind noch immer auf die mechanische Feinbearbeitung der einzelnen Komponenten angewiesen. Das notwendige Know-how besitzen nur wenige Werkzeughersteller. LMT Belin mit Sitz in Lavancia im Französischen Jura gehört dazu. Die Brillenbearbeitung ist den Spezialisten „in die Wiege gelegt worden“: 1962 gründet Yvon Belin seine Werkzeugfabrik. Einer seiner ersten Kunden ist ein Brillenhersteller, der ein neues Werkzeug sucht, mit dem er die Gestelle bearbeiten kann. Das erste Werkzeug schleift Yvon Belin selbst. Bald schon steigt die Nachfrage und sein Unternehmen etabliert sich schnell in der französischen Brillenindustrie. Doch die Wachstumsaussichten in diesem Markt sind begrenzt.

Als die französischen Automobilhersteller Anfang der 70er-Jahre nach lokalen Werkzeuglieferanten suchen, ergreift Belin diese Chance und erweitert sein Produktspektrum. Ein weiterer Durchbruch gelingt 1979. Das Unternehmen ist einer der ersten Werkzeughersteller in Frankreich, der Werkzeuge mit Schneidstoffen aus polykristallinem Diamant (PKD) anbieten kann. Die Werkzeuge steigern die Effizienz bei der spanenden Bearbeitung von Aluminium. Dieses wird immer häufiger in der Automobilindustrie eingesetzt.

Die Erfahrungen der Aluminiumbearbeitung übertragen die Werkzeugentwickler in den 80er-Jahren auf Verbundwerkstoffe. Die Materialien sind ähnlich abrasiv wie Aluminiumlegierungen mit hohem Siliziumgehalt, sodass die Anforderungen an die Werkzeuge vergleichbar sind. Mit seinen Composites-Werkzeugen wird LMT Belin bereits 1990 Marktführer in Frankreich. Seit der Jahrtausendwende vertreibt LMT Belin seine Werkzeuge auch erfolgreich an Kunden in der Luft- und Raumfahrtindustrie. Die Spezialisierung auf die hochgenaue Bearbeitung von empfindlichen Werkstoffen sichert den Erfolg auch in anderen Anwendungsbereichen. So ist LMT Belin beispielsweise in Frankreich Marktführer bei Werkzeugen für die Bearbeitung von Displaykunststoffen.

2001 wird LMT Belin ein Teil der LMT Tools, bleibt aber weitgehend eigenständig. Erst 2011, nach mehr als zehn Jahren, in denen Belin und LMT Tools ihre Produkte in Frankreich parallel vertrieben haben, werden die Aktivitäten zusammengelegt: LMT Belin und die Vertriebsgesellschaft LMT France verschmelzen zu LMT Belin France. Alle Produkte der LMT Tools werden nun zentral von Lavancia aus vertrieben. Seine Erfahrungen bringt das Unternehmen in die gemeinsam mit LMT Onsrud betriebene Initiative „Composite Excellence“ ein. Im Jahr 2012, zum 50. Jubiläum des Unternehmens, ist außerdem die umfassende Modernisierung der Produktion in Lavancia abgeschlossen.

Zukunftsmarkt Luft- und Raumfahrtindustrie

Eine Schlüsselbranche für die zukünftige Entwicklung von LMT Belin France ist die Luft- und Raumfahrtindustrie. Durch die Kompetenzen der LMT Tools kann das Unternehmen seinen französischen Kunden umfassende Werkzeuglösungen zur Bearbeitung von CFK, Aluminium und Titan anbieten. Darüber hinaus konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung von Werkzeugen zur Bearbeitung von Hochleistungskunststoffen und Sonderwerkzeugen zur Feinbearbeitung von Bohrungen wie beispielsweise Reibahlen. Sie werden weltweit über die LMT Tools vertrieben.